Rückblick auf den 34. Europ. Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Unter dem Motto "Menschenrechte sind nicht verhandelbar" haben die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter von Lebenshilfe Amberg-Sulzbach, Jura-Wohnen und den Jura-Werkstätten darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig verlässliche Unterstützung in Form der Eingliederungshilfe für Menschen mit Beeinträchtigung ist. Und sie haben erklärt, welche Folgen mögliche Kürzungen für sie in den Bereichen Bildung, Freizeit, Arbeit und Wohnen hätten.
Jedes Jahr nutzen die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter unserer drei Organisationen den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, um auf Anliegen aufmerksam zu machen, die ihnen wichtig sind. In diesem Jahr stand die Eingliederungshilfe im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hinter den fröhlichen, bunten Plakaten, mit denen die rund 200 Teilnehmenden vom Malteserplatz zum Marktplatz zogen, steckte eine ernste Botschaft: “Menschenrechte sind nicht verhandelbar”.
Darum geht es konkret: Damit Menschen mit Beeinträchtigung so wohnen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten können, wie sie es möchten, benötigen sie manchmal zusätzliche Unterstützung. Diese Unterstützung wird über die Eingliederungshilfe finanziert. Wer über Kürzungen spricht, spricht deshalb immer auch über Einschränkungen von Menschenrechten. Denn die Eingliederungshilfe trägt entscheidend zu Selbstbestimmung und Teilhabe bei. Würden diese Leistungen gekürzt werden, wären viele Dinge nicht mehr in gewohntem Umfang möglich.
Die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter machten das Thema greifbar, indem sie konkrete Bereiche aus dem Alltag benannten: Freizeitangebote der Offenen Behindertenarbeit (OBA), Schul- und Individualbegleitungen sowie Assistenz beim Wohnen und Arbeiten seien für manche von ihnen unverzichtbar.
Gesprochen haben:
👉 Hermann Ferber
👉 Mihai Gavriluta
👉 Michael Kurzendorfer
👉 Philipp Abraham
👉 Simon Kraus
👉 Simone Lang
Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzender Bernhard Vahle brachte es vor über 200 Teilnehmenden auf den Punkt: „Für Menschen mit Beeinträchtigung ist die Eingliederungshilfe nicht irgendeine Leistung. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt leben und ihre Rechte wahrnehmen können.“
Ein starkes Zeichen kam auch aus der Kommunalpolitik: Oberbürgermeister Michael Fritz betonte in seinem Grußwort, dass Inklusion nur gemeinsam gelingen könne und eine dauerhafte Aufgabe bleibe. Barrierefreiheit bedeute dabei weit mehr als Rampen und Umbauten – nämlich ein grundlegendes Umdenken in der Gesellschaft. Diese Haltung teilte auch Andreas Eckl von der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Beide Städte hatten im Jahr 2024 Patenschaften für die Umsetzung von barrierefreien Webseiten übernommen und den derzeitigen Stand im Gespräch mit Sabine Reithmaier, der Leitung der Offenen Behindertenarbeit, vorgestellt. Zudem war Judith Jonsche vom Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) dor Ort. Sie stellte die neuen Fahrpläne vor, die der ZNAS gemeinsam mit Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern erarbeitet hate. Er soll Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Zukunft leichter und einfacher machen.
Am Ende blieb der Marktplatz als lebendiger Treffpunkt zurück: Gespräche, Musik, Begegnungen. Doch über allem stand eine klare Botschaft, die der Tag sichtbar gemacht hat: Teilhabe ist kein Zusatzangebot. Sie ist Grundlage für Gleichberechtigung – und damit ein Menschenrecht.
Wir danken allen, die der Einladung der Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern an diesem Tag gefolgt sind, allen Unterstützerinnen und Unterstützern, Winni Wonder für die musikalische Begleitung der Veranstaltung und unseren Projekt-Paten, dass sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg gemacht haben.